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Was Trainer über das ithlete sagen

Interview mit einem der führenden britischen Sportphysiologen und Trainer Eddie Fletcher, einem Wattbike Sportwissenschaftler

ithlete sprach mit einem der führenden britischen Sportphysiologen und Trainer, Eddie Fletcher, der sich auf die Arbeit mit Radsportlern, Läufern, Ruderern, Schwimmern, Triathleten und Duathleten spezialisiert hat. Er arbeitet u.a. als Sportwissenschaftler bei Wattbike und eröffnet sein eigenes Sportlabor. Für weitere Informationen besuchen sie www.fletchersportscience.co.uk.

ithlete: Woher wissen Sie wann ein Athlet längere Ruhezeiten zu Erholung benötigt?

Eddie Fletcher: Ich glaube grundsätzlich an die Devise „weniger ist mehr“. Man kann nur so gut trainieren wie man sich auch erholen kann. Also Pausen sind gut. Das heißt nicht, dass ein Athlet nicht trotzdem viel Zeit investieren muss.

Es ist einfach so, dass man für die Beherrschung der meisten Sportarten viele Stunde in Woche benötigt, um Fähigkeiten und Techniken zu verfeinern, und um einen entsprechende Fitnesszustand zu erreichen. Als Physiologe trenne ich allerdings die 2 Aspekte und bin mir darüber im Klaren, dass es auch Erholungsbedarf aufgrund von muskulärer Müdigkeit und nicht nur wegen der Herz-Kreislaufbelastung gibt.

Ich überwache jede Belastungseinheit meiner Athleten mit Hilfe einer Kombination der Suunto/Firstbeat Hardware und Software. Ich analysiere sowohl die Trainingseffekte (Trainingsbelastung) insgesamt als auch die Trainingseffekte jeder einzelnen Einheit. Ich erhalte auch nächtliche (Firstbeat) Herzmessungen oder morgendliche ithlete Daten, um den HRV-Erholungsindex zu erhalten. Das bedeutet, dass ich sofort auf jegliche Ermüdungs- und Erholungsprobleme reagieren und den Trainingsplan umstellen kann.

ithlete: Was hat Sie dazu veranlasst die HRV Beurteilung bei Ihren Athleten anzuwenden?

Eddie Fletcher: Ich habe von der HRV während meines Studiums zum Master of Science Physiology in 2004 gehört und sofort die potentiellen Vorteile erkannt. Ich habe dann angefangen nach Möglichkeiten für die praktische Anwendung bei meinen Athleten zu suchen.

ithlete: Was hat Sie vom zusätzlichen Nutzen der HRV-Methode überzeugt? Wie gut ist die Verlässlichkeit der HRV-Werte im Vergleich zur morgendlichen Ruhepulsüberprüfung?

Eddie Fletcher: Ich konnte hunderte von HRV Daten von den unterschiedlichsten Athleten untersuchen und eine Konstanz feststellen, die ich vorher so noch nicht gesehen hatte: Die Möglichkeit eine Herz-Kreislaufermüdung, Anzeichen von Krankheiten und verstärkte Verletzungsanfälligkeiten erkennen und mit einer Anpassung der Trainingsintensität und Erholungsplanung unmittelbar reagieren zu können. Meine Datenbank besteht inzwischen aus tausenden von HRV Datensätzen von Athleten mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen und Fähigkeiten.

ithlete: Was halten Sie von der morgendlichen Ruhepulsüberprüfung?

Eddie Fletcher: Der morgendliche Ruhepuls ist eine zu grobe Messmethode. Diese Werte sagen nichts über den HRV-Erholungsindex aus. Nur weil der Ruhepuls im Normalbereich ist, bedeutet nicht, dass der Athlet vollständig erholt ist. Versteckte Müdigkeit wird überdeckt. Die Verwendung der HRV-Methode lässt mich die versteckte Müdigkeit erkennen und adäquat darauf reagieren.

ithlete: Wie sehen Sie die Zukunft der HRV-Methode? Glauben Sie, dass noch mehr Athleten diese Methode anwenden werden?

Eddie Fletcher: Ich hoffe doch. Die Trainer und Athleten, die diese Methode nicht nutzen, besonders um den Erholungsbedarf zu ermitteln, verzichten auf eine wesentliche Hilfe bei der Trainings- und Wettkampfgestaltung.

Leider sind Trainer im Allgemeinen relativ langsam bei der Einführung neuer Methoden.

ithlete: Wie würden Sie das ithlete mit anderen teueren Systemen, wie z.B. FirstBeat und OmegaWave vergleichen?

Eddie Fletcher: Das ithlete ist mit Abstand das preiswerteste System. Um Firstbeat oder OmegaWave anzuwenden, muss man ein ausgebildeter Physiologe sein und es sich leisten können. Das ithlete ist ein großartiger Einstieg, um die Wichtigkeit der HRV-Methode zu erkennen. Es ist ein einfaches aber wichtiges Instrument, das dem Athleten den entscheidenden Vorteil verschaffen kann.

ithlete: Sind Sie selbst noch sportlich aktiv? Wenden Sie die HRV-Methode für sich selbst an?

Eddie Fletcher: Ich bin zu alt! Ich war mal ein ganz guter Läufer und Ruderer, aber mit 57 geht es mir hauptsächlich darum einfach nur fit und mobil zu bleiben. Trotzdem benutze ich die HRV-Methode, um regelmäßig zu überprüfen, ob ich mich nach einer physischen oder beruflichen Belastung ausreichend erhole.


Interview mit Landon Evans, Kraft- und Konditionstrainer der Illinois State University

Landon Evans ist der Kraft- und Konditionstrainer der Illinois State University und war davor für 2 Jahre der Co-Trainer für die gleichen Bereiche an der Iowa State University.

 

Ich arbeite mit einigen der besten College Football- und Basketballspieler des Landes zusammen und kam 2005 mit der Anwendung der Herzfrequenzvariabilität im Zusammenhang mit der Leistungsbeurteilung von Athleten in Kontakt. Ich bekam einen Einblick in das OmegaWave System, das in den achtziger Jahren aus der damals auf diesem Gebiet führenden Forschung der Sowjetunion hervorging und im Westen noch gar nicht bekannt war. Die Leute dachten damals, dass es sich um Voodoo handelt. Mit meinem Hintergrundwissen im Ingenieurwesen machte die Sache für mich aber sehr viel Sinn. Seitdem hat sich gezeigt, dass die Anwendung der HRV ein wichtiger Faktor bei der Leistungsbeurteilung ist und funktioniert. Diese Methode liefert uns wichtige Hinweise, wie stark wir die Athleten belasten können.

Die HRV ist für uns ein Fenster zum autonomen Nervensystem, das aus dem sympathischen (Kampf oder Flucht) und dem parasympathischen (Ruhe und Erholung) Teil zusammengesetzt ist und sich grundsätzlich im Gleichgewicht befinden sollte. Athleten werden in der Ruhephase stärker vom parasympathischen Teil beeinflusst als Individuen, die sich kaum bewegen. Dies spiegelt sich in einem niedrigen Ruhepuls und höheren HRV Index wider. Unsere Organismen haben hierarchische Regeln für die Bewältigung von Umwelteinflüssen entwickelt. Das autonome Nervensystem liefert oft erste Indikatoren einer Reaktion bevor sich weitere, ernsthaftere Symptome einstellen. Ich habe einige Male mit übertrainierten Athleten und davon mit Athleten, die schon eine parasympathische Form des Übertrainings hatten, gearbeitet. Die Anwendung der HRV-Methode lässt diese Formen und die leichteren Fälle der Überbelastung gut erkennen. Die Behandlung beinhaltet immer die aktive sowie die passive Erholung und eine entsprechende Ernährungsanpassung in Verbindung mit einer regelmäßigen Kontrolle. Eine aktive Erholung beinhaltet aerobe Belastungen bei einem relativ niedrigen Ruhepuls von 120-130 Schlägen pro Minute sowie sportspezifische Einheiten, die allerdings vom Umfang weit niedriger sind als bei einem normalen Training.   

Gewichtheber sind zum Beispiel manchmal in der Lage während einer sympathischen Ermüdungsphase sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Ein Gleichgewicht des autonomen Systems ist allerdings bei fast jeder anderen Sportart eine wichtige Voraussetzung, um gute Wettkampfleistungen abliefern zu können. Zusätzlich zu diesem autonomen Gleichgewicht ist ein gutes Selbstbewusstsein entscheidend für eine gute Leistung.

Grundsätzlich glaube ich, dass alle Sportler sich Bewertungen unterziehen sollten und dass die HRV-Methode eine sehr wichtige Komponente dieser Bewertungen ist. Ohne regelmäßige Bewertungen akzeptieren Athleten einfach vorgegebene Trainingsbelastungen und trainieren sozusagen blind, in der Annahme, dass sie dadurch besser werden. Sicherlich ist das nicht der beste Weg, um von A nach B zu kommen, wo jeder von uns so schnell wie möglich hinkommen will.