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Anwendungsgebiete

Es geht immer um Stress – Lebenselixier und Lebensbedrohung

Stress ist ein unvermeidliches Phänomen im menschlichen Leben. Unabhängig davon, welche Einstellungen wir gegenüber Stress haben, sind wir permanent im täglichen Leben gezwungen, uns mit stresserzeugenden Situationen auseinander zu setzen. Unsere Gesundheit hängt in entscheidendem Maße davon ab, wie gut es uns gelingt, mit solchen Situationen umzugehen.

Das Spektrum stresserzeugender Situationen, sogenannter Stressoren, ist äußerst breit, dabei von Mensch zu Mensch verschieden sowie im Verlaufe eines Menschenlebens änderbar. Es umfasst ein Mix aus verschiedenen Arten von Stressoren und möglichen Auslösern, die sich in mehreren Lebensbereichen manifestieren.

 

Art der Stressoren

Mögliche Auslöser

Lebensbereiche

 

 

real

imaginär

selbsterzeugt

emotional

kurzfristig

langfristig

physische und physiologische Belastungen psychische und psychosoziale Belastungen

  • körperliche Überlastung
  • berufliche Überlastung
  • Erkrankungen und Verletzungen
  • Lebenskrisen und Verlusterlebnisse
  • Konfliktsituationen/Hilflosigkeit
  • Wettkampfsituationen
  • persönliche Eigenschaften (z.B. Ehrgeiz, Geiz, Phlegma, Hass)
  • Ernährung, Alkohol, Drogen
  • Lebensregime (z.B. Schlaf etc.)

 

 

Privatleben

Familie

Beruf

Sport

Gesundheit

Reisen

 

 

 

 

Im Grunde ist ein Stressor alles, was die normale physiologische Balance des Organismus beeinträchtigen kann. Das ist schon der physische Akt des morgendlichen Aufstehens (für manche auch schon der psychische Akt desselben), das Kaffeetrinken danach, ein Waldlauf oder ein spannender Film.

Aber alles halb so schlimm und völlig normal. Die Natur hat den menschlichen Organismus so ausgestattet, dass er sich adäquat adaptieren kann mit einem variablen Muster aus verhaltensbezogenen, neuralen, physiologischen und endokrinen Reaktionen, welches als Stressreaktion bezeichnet wird. Werden wir gezwungen oder entscheiden wir uns freiwillig in konfrontierenden Situationen für Kampf oder Flucht (früher Jagd?), sind in erster Linie rasche Reaktionen ohne langes Nachdenken, Schnelligkeit und Kraft erforderlich. Es kommt in solchen Umständen weniger auf Dinge an wie das Erlernen von Neuem, die Fortpflanzung oder die Verdauung. Um dies zu gewährleisten, regelt der Körper automatisch bzw. autonom notwendige Anpassungen im Organismus, wie z.B. Verengung der Blutgefäße, Erhöhung der Herzfrequenz und Abnahme der Darmfunktion.

So weit so gut. Allerdings ist der Organismus aufgrund seiner früheren, naturnahen Entwicklung eher darauf ausgerichtet, auf akute und zeitlich begrenzte Belastungen und ihren physischen Auswirkungen kurzfristig zu reagieren. Bedingungen, die eher im Tier- bzw. Naturreich vorkommen (wenn das Tier erst einmal erlegt war und die Ernährung der Sippe somit sichergestellt, konnte man sich anderen, weniger aufregenden Dingen zuwenden). Akuter Stress ist also ein Form von Stress, für die wir „gebaut sind“. Er wirkt sich im Allgemeinen positiv auf unser Leistungs- und Konzentrationsvermögen, auf unser Fortpflanzungsverhalten und Lebenslust aus.

Probleme in der Moderne manifestieren sich zunehmend durch zwei Phänome, die sich negativ auf das autonome Nervensystem und damit auf unsere Regulationsfähigkeit und letztendlich Gesundheit auswirken.

Einerseits kommt heute der Stressreaktion auf physisch herausfordernde Aktivitäten nur noch eine untergeordnete Bedeutung zu (wenn sie nicht gerade selbsterzeugt ist wie beim Sport). Die mit Abstand meisten Auslöser von Stress sind in der modernen Zeit eher psychischer und psychosozialer Natur.

Andererseits, meistens jedoch zusätzlich, wirken die heutigen Stressoren über viele Wochen, Monate und Jahre und stellen daher einen chronischen Angriff auf den menschlichen Organismus dar.

In beiden Fällen ist die historisch favorisierte, „eingebaute“ (genetische) Stressreaktion wenig hilfreich. Im Gegenteil, es besteht in der Zwischenzeit kein Zweifel mehr, dass sie in diesen Fällen schädlich für die Gesundheit ist und selbst im engen Zusammenhang zur Entstehung von körperlichen und psychischen Störungen steht. Eine ständige, physisch-orientierte Aktivierung des Organismus auf nicht-physische Stressoren ohne die notwendige De-Aktivierung (Erholung) chronifiziert die akute Stressreaktion und bringt das autonom-vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht.

Das Ergebnis ist ein chronisches Überlastungssyndrom und Burn-out, im Sport spricht man von Übertraining.

Burn-out, ein Begriff geprägt 1974 von Herbert J. Freudenberger und definiert als „Nachlassen bzw. Schwinden von Kräften oder Erschöpfung durch übermäßige Beanspruchung der eigenen Energie, Kräfte und Ressourcen.“

Dabei ist Burn-out und/oder Übertraining das Ende und Ergebnis einer typischen Abfolge von sich selbst verstärkenden Stressoren (Stressspirale). In der HRV-Analyse lassen sich drei dezidierte Phasen unterscheiden:

Stadium

Aktivität Parasympathikus

Aktivität Sympathikus

Chronische Stressbelastung

eingeschränkt, aber spürbar

normal bis dominant

Chronisches Überlastungssyndrom

schwach

dominant

Burn-out Syndrom

defizitär

defizitär

 

Die Funktion bzw. Dysfunktion des autonomen Nervensystems ist mit verschiedenen (allen?) Krankheiten und Normabweichungen verbunden. Daher nutzen mehrere medizinische Disziplinen (Kardiologie, Diabetologie, Endokrinologie, Neurologie, Intensivmedizin, Sportmedizin, Geburtsmedizin, Pathopsychologie, Pharmakologie) die Herzrhythmus- bzw. HRV-Analyse, jedoch alle mit ihren eigenen Fragestellungen.

Die Entwicklung sensitiver, quantitativer und nicht-invasiver Methoden zur Charakterisierung neurovegetativer Zustände einerseits sowie die Verfügbarkeit moderner Technologien andererseits führt zunehmend zu einer breiten Anwendung der HRV-Analyse in den verschiedensten Bereichen.

Einige wollen wir hier kurz vorstellen.

Leistungssport

Leistungssport beinhaltet intensive und ermüdende Trainings- und Wettkampfbelastungen mit dem Ziel einer geplanten Leistungssteigerung. Der Körper muss in seiner Balance gestört werden, um eine Balance auf höherer  (gesünderer) Stufe entwickeln zu können.

Die Gesundheit eines Individuums hängt jedoch nicht nur von seiner Fähigkeit ab, den Organismus auf Hochleistung zu trimmen, so dass er in der Lage ist, sich effizient mit aktuellen Leistungsanforderungen auseinanderzusetzen. In gleichen Maße ist er auch von seiner Fähigkeit abhängig, nach Ende einer akuten Belastungssituation das Aktivierungsniveau zu reduzieren, Stress abzubauen, sich zu regenerieren und neue Energien aufzubauen, die das langfristige, gesunde Überleben sichern. 

Übertraining, das Burn-out des Sports, ist das Ergebnis eines Fehltrainings und resultiert aus einem Missverhältnis zwischen der Summe der Belastungen (Training, Wettkampf) sowie der Quantität und Qualität der Regeneration. Hier kommt es zu einer Störung der organischen Anpassung und vegetativen Regulation, mithin zu deren chronischen Dysfunktion als Ergebnis einer andauernden Dysbalance zwischen Stress und Erholung.

Erfahren Sie hier mehr!

Freizeit- und Gesundheitssport

Ausreichende körperliche Aktivität ist nachgewiesenermaßen der wichtigste einzelne Faktor zur Aufrechterhaltung und Verbesserung von Gesundheit, Belastungsfähigkeit und Fitness sowie zur Verminderung der altersbedingter Risiken wie Demenz und sonstige Altersbeschränkungen. Darüber hinaus sinkt das Sterblichkeitsrisiko um 20-30% gegenüber Personen mit nur geringer körperlicher Aktivität.

Ein aktiver Lebensstil geht vor allem mit einer beträchtlichen Steigerung der parasympathischen Regulations- bzw. Aktivierungsfähigkeit einher.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Bewegung ist das beste Anti-Aging überhaupt.

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Stressmanagement

Wie bereits erwähnt ist Stress überlebensnotwendig, da er ein lebenserhaltendes Regulationsprinzip ist und komplexe Reaktionen auf anstrengende und bedrohliche Situationen ermöglicht.

Dabei geht kurzzeitiger akuter Stress mit einer vorübergehenden Aktivierung des Organismus einher, die ihre Ursache im Wesentlichen in endokrinen und autonom-nervösen Veränderungen (VNS) hat und eine zweckmäßige Antwort auf die gegebenen Herausforderungen darstellt.

Wenn man aber sein „System“ chronisch überlädt und zudem mit mehr Stress als es vertragen kann, passiert früher oder später etwas mit dem Regulationsmechanismus. Letztendlich kann sich eine Dysfunktion aufbauen.

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Gesundheitsbereich

Das autonom-nervöse oder vegetative Nervensystem (VNS) besitzt einzigartige Bedeutung für die Regulation aller Körperprozesse und damit notwendigerweise für die Gesundheit des Menschen.

Der Analyse der Herzfrequenzvariabilität als einem Standardverfahren der VNS- bzw. Regulationsdiagnostik kommt damit ohne Zweifel eine ebenso bedeutende Rolle bei der Diagnostik und Begleitung gesundheitlicher Prozesse zu. Mit ihr lassen sich prinzipiell alle Krankheiten erkennen, bei denen es zu Auswirkungen auf den Herzschlag kommt. Dabei sind Erkrankungen zu unterscheiden, die direkt das vegetative Nervensystem schädigen (z.B. diabetische Neuropathie) und jenen, die sich etwa über dauerhaft erhöhte Anspannung und Stoffwechselbeanspruchung (z.B. koronare Herzkrankheit, psychische Krankheiten, Burnout)) indirekt auswirken.

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